Archiv der Kategorie: allgemein

Mein Fazit nach fast vier Jahren

Ich blicke auf fast vier Jahre Svenja-Blog zurück und habe eine Entscheidung zu verkünden.

Rückblick

Wie es angefangen hat, das wisst ihr ja. Mutig hab ich mich ins Abenteuer Fachblog gestürzt, erst einmal, um es auszuprobieren. Wenn ich es immer weiter aufschiebe, dachte ich, fange ich nie damit an.
Die ersten Beiträge kamen gut an. Ich schrieb zwar nicht regelmäßig, aber ich hatte einige Ideen.
Entwurf um Entwurf stapelte sich unfertig auf meiner Festplatte. Mein Perfektionismus stand mir immer wieder im Weg.
Auf der Arbeit hatte ich ja mehr als genug zum Thema Barrierefreiheit zu tun, dabei kam die Softwareentwicklung zu kurz, aber das ist ein anderes Thema.
Irgendwann, es muss so vor 2 Jahren gewesen sein, wurde mir klar, dass ich dem Thema Barrierefreiheit nicht gerecht werden kann.
Andere Blogger haben keine Schwierigkeiten damit, Beitrag um Beitrag in einer Geschwindigkeit herauszuhauen, dass man mit lesen gar nicht mehr nachkommt. Ich fragte mich, warum das bei mir nicht so war?
Ich wollte nicht sofort aufgeben, dafür bin ich einfach nicht der Typ. Zudem hätte ich euch damit im Stich gelassen.
Nicht nur mein Perfektionismus hinderte mich. Ich traue es mich gar nicht, aufzuschreiben.. Nennen wir es einfach beim Namen. Privat ging bei mir alles drunter und drüber. Zum mit Geschichten schreiben abschalten fand ich Zeit, nicht aber die Motivation, meine unfertigen Artikel zu schreiben.
Also begann ich mir die Frage zu stellen, ob es nicht besser wäre, doch einen Schlussstrich unter die ganze Sache zu ziehen?
Denn seien wir mal ehrlich, es gibt jemanden, der diese Themen viel umfassender beschreiben kann. Ich kann allein schon durch meine Art der Behinderung nicht umfassend auf Barrierefreiheit testen.
Wie soll ich über etwas schreiben, was ich gar nicht von allen Seiten mit Erfahrungen belegen kann?
Ich kann euch sagen, was ihr beachten könnt, um eine Seite für Blinde besser nutzbar zu machen, aber Barrierefreiheit ist viel mehr als das.
Also, was tun?
Völlig neu anfangen und alles was war einfach streichen?
Nein, das wollte ich nicht.
Wenn ich in mein Backend schaue habe ich immer noch Abonnenten, die auf neue Beiträge warten.
Da ist die wunderschöne Fragerunde mit Marjeta, deren Ergebnisse ich dann einfach mit löschen würde.
Ich habe immer noch Erfahrungsberichte, die ich noch aufschreiben möchte.
Auf der anderen Seite reichen meine Ideen nicht, um regelmäßig zum Thema zu bloggen. Aktivität ist aber unabdingbar, wenn die letzten Leser nicht auch noch verschwinden sollen.
Wenn jemand ein Blog zu einem Thema eröffnet wird natürlich davon ausgegangen, dass die Sachen auch fachlich korrekt sind und die Leser einen Mehrwert davon haben. Mir ist klargeworden, dass ich beides derzeit nicht bieten kann.

Fazit

Beruflich werde ich mich definitiv aus dem Thema Barrierefreiheit zurückziehen, das ist beschlossene Sache. Mein Arbeitsvertrag wird nicht mehr verlängert, was auch mein Wunsch war.
Ich möchte in nächster Zeit herausfinden, wo ich eigentlich hin will, deswegen werde ich Svenja-Blog erst einmal themenunabhängig weiterführen.

Wer diesen Weg mit mir weitergehen will, sei dazu herzlich eingeladen. Sicher wird es ab und an auch mal etwas zum Thema Barrierefreiheit zu sagen geben.

Wer hingegen ausschließlich über Barrierefreiheit in Software- Webseiten und Apps informiert werden möchte, kann sich auf Marlem-Software umschauen.
Wie auch immer ihr euch entscheidet, ich danke euch für eure Treue auf meinem bisherigen Weg.

Ich habe mich dazu entschloßen, das Jetpack Plugin in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Der Grund ist, dass es viele unnötige Funktionen enthält. Das wird leider dazu führen, dass die kompletten Abonnenten meiner Beiträge verschwinden werden, weil ich die Liste nicht exportieren kann, um sie in ein neues Plugin zu laden.
Wer weiterhin meine Beiträge per E-Mail bekommen möchte, dem kann ich nur anbieten, bescheid zu geben, sobald man meine Beiträge wieder per Mail abonnieren kann, damit ihr euch neu eintragen könnt.

Was bisher geschah, ein Statusbericht von mir

Lange habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen, das soll sich jetzt ändern. Ich lasse euch heute an meinen letzten 8 Monaten teilhaben.
Vieles ist passiert und ich möchte allen da draußen, die glauben, nichts erreichen zu können, hiermit etwas Mut machen.

Immer wieder habe ich in den letzten Monaten versucht, etwas zu schreiben, aber so viel hat sich verändert, dass ich einige Entwürfe neu machen werde.
Noch während ich meine ersten Einträge hier schrieb, war ich mitten in der Prüfungsphase meiner Ausbildung.
Am Anfang der Ausbildung wurde immer wieder gesagt, man traue mir das nicht zu und ich wollte es allen beweisen. In den letzten Monaten, so kurz vor Ende, kam dann doch die Sorge auf, was wenn ich im letzten Moment scheiterte? Die schriftliche Prüfung war so, dass ich schon beim abgeben Bammel hatte, durchzufallen. Was mich dann aber wirklich überrascht hat, war die Jobzusage.
In der Programmierstunde kam sie, einen Tag, nachdem ich bei der Arbeitsvermittlerin war. Dann kam das nächste, die Projektpräsentation. Nur so viel, im Fachgespräch hatte ich ein totales Blackout und die Warterei vor der Notenverkündung war der absolute Horror. Die schriftliche war gerade so geschafft. Als dann das erlösende „bestanden“ kam, sprudelte ich fast über. Bei der Leistung hatte ich alles erwartet, aber das nicht. Jetzt stand meinem Job nichts mehr im Wege.

Was soll ich sagen? Besser hätte ich es nicht treffen können. Jetzt bin ich durch die Probezeit und kann nicht glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Ich hatte gedacht, ich müsste mich mit einem Job zufrieden geben, hinter dem ich nicht hundertpro stehen würde, aber als die Zusage kam wusste ich, das ist meins. Das letzte halbe Jahr hat mich Tag für Tag bestätigt.
Und jetzt, wo ich diese ganze Aufregung endlich hinter mir habe, gab es noch eine größere Veränderung.

Ich habe das Betriebssystem gewechselt. Seit 2 Monaten nutze ich einen Mac und was Barrierefreiheit angeht, muss Windows noch einiges lernen. Sicher, man muss sich ganz schön umgewöhnen, aber alles in allem kann ich hier nicht klagen.
Ich schreibe diesen Beitrag gerade am Mac und ich muss gestehen, ich fluche immer, wenn ich auf der Arbeit am Windows Laptop sitze.

Also, Leute, wenn ihr etwas wirklich wollt, lasst euch nicht unterkriegen und auch wenn ihr denkt, ihr könntet nichts ausrichten, wenn alle an einem Strang ziehen können viele kleine Dinge zu etwas ganz großem werden.

Und sollte ich diesen Blog wieder länger als einen Monat vernachlässigen, schreibt mir ruhig böse Mails 🙂 ich habe hier noch Entwürfe liegen.

Bis zum nächsten Eintrag

eure Svenja, die sich freut, dass ihr trotz der langen Pause immer noch da seid.

ich stelle mich vor

In diesem Eintrag gibt es erst einmal einen Überblick darüber, wie ich auf die Idee kam, diesen Blog zu erstellen und was euch erwarten wird.

Meine Inspiration

Ich tummle mich jetzt schon länger in der Internetlandschaft. Da ließ es sich nicht vermeiden, meinen Senf zu Dingen dazuzugeben, von denen ich Ahnung zu haben meine. 😉

Eines Tages dann schwadronierte ich mal wieder über eine Seite, die nicht barrierefrei zugänglich war. Ich brauche das, weil ich blind bin und auf spezielle Software angewiesen bin. Mehr dazu wird es noch in weiteren Beiträgen geben, erst einmal der Anfang.

Völlig unvermittelt fragte mich schwindt-pr, ob ich nicht für sie einen Beitrag zu eben dieser Thematik schreiben mag. Nach anfänglicher Überraschung sagte ich schließlich zu. Nicht zuletzt deshalb, weil ich diese Bloggerin sehr für ihre Arbeit schätze.

Seitdem ich meine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung angefangen habe, war ich der Meinung, dass sich im www zu wenige weibliche Informatiker trauen, aus ihrem Kämmerlein aufzutauchen und zu sagen „hey, hier bin ich und möchte der Welt etwas mitteilen.“ Das möchte ich ändern. Noch bin ich eine Berufsanfängerin in der großen Entwicklungswelt, aber jeder fängt mal klein an. Auch weil noch jemand einen Artikel zum Thema Barrierefreiheit haben wollte, dachte ich mir, ich fange mal meinen eigenen Blog an.

Es dauerte noch lange, bis ich mich endlich durchringen konnte, hiermit anzufangen. Zu viele Zweifel waren noch da. Ich wusste natürlich nicht, wie sich alles entwickelt und hatte auch Angst vor zu viel Kritik. Ich vertraute mich einer ebenfalls nerdigen Bloggerin an und ihre Ermutigung, jetzt endlich anzufangen und eine eigene Domain für diesen Blog zu schaffen, gab endlich den Ausschlag. Danke an dieser Stelle nochmal ganz herzlich an Akshaya. So, nun genug des Vorgeplenkels.

Was erwartet euch?

Der Blogtitel fasst es ganz gut zusammen. Hier werde ich über Webentwicklung, Softwareentwicklung und Barrierefreiheit bloggen. Außerdem wird es eine Kategorie geben, in der ich alles weitere schreiben werde, was mit den drei Hauptthemen nichts zu tun hat, aber dennoch zur IT gehört und mich beschäftigt.

Bei allem, was ich hier so von mir zeige, steht ihr natürlich an erster Stelle, ihr solt meinen Blog schließlich lesen, sonst könnte ich ja einfach so vor mich hin schreiben.

Es gibt gerade zum Thema Barrierefreiheit eine Liste an Fragen, die mir immer wieder gestellt werden. Wer sich jetzt immer noch nicht so recht vorstellen kann, was das hier werden soll, immer her mit euren Fragen und Anregungen. Wenn die oben erwähnten Beiträge online sind, werde ich sie auch hier verlinken.