Archiv der Kategorie: Gedanken

frohes Fest und Fazit

Ich beschließe mein Experiment, indem ich euch wunderschöne Weihnachten wünsche. Lasst euch reich beschenken und wenn möglich feiert im Kreise eurer Liebsten oder nur für euch, so wie ihr es möchtet.
Dieses Jahr feiere ich ja allein. Ich werde mir einen gemütlichen Tag machen und heute Abend zum ersten Mal eine Tomatensuppe kochen.
Dieses Jahr gibt es kein polnisches Weihnachtsessen, das wäre zu viel Aufwand. Die Tomatensuppe ist für mich auch etwas Besonderes. Ich esse sie höchstens 2 Mal im Jahr und freue mich schon auf einen ganzen Topf davon. Anschließend packe ich Mamas Paket aus, meine Minibescherung und stopfe mich noch mit Keksen voll.
Der Gedanke, dass ich es hätte auch anders haben können, erfüllt mich mit viel Liebe. So kann ich nächstes Jahr dann wieder mit meiner Familie feiern, weiß aber auch, dass ich es jederzeit frei entscheiden kann. Nur mein Schatzi fehlt mir.
Allen die heute allein sein müssen wünsche ich, dass ihr euch den Tag trotzdem schön machen könnt. Solltet ihr jemanden zum Reden brauchen steht euch mein Postfach offen oder mein Twitteraccount @svenjablogde.
Mein Experiment ist mit diesem Beitrag beendet. Ich freue mich über jeden stillen Mitleser, nur manchmal habe ich daran gezweifelt, ob ich es beendet bekomme. Entweder, weil mir die Ideen ausgingen, oder ich das Gefühl hatte, dass es keiner liest. Dann habe ich mir klar gemacht, dass es ja in erster Linie für mich ist. Ich wollte damit nicht nur meinen Blog etwas mehr mit Leben füllen. Meinen alten Glaubenssatz ich hätte keine Ideen habe ich damit auch weitestgehend aus meinem System bekommen. Es waren zwar viele persönliche Beiträge, aber zum Ende hin auch mal die ein oder andere Anleitung. Meine zwischendrin eingestreuten Linktipps waren gleichzeitig Lesezeichen für mich, teilweise habe ich euch damit ein paar Contents gezeigt, die mich durch das letzte Jahr begleitet haben und sehr wertvoll und unverzichtbar für mich geworden sind.
In Zukunft werde ich hoffentlich regelmäßiger bloggen.
Danke an alle, die mich weiter auf meinem Weg begleiten.
Viel Licht und Liebe für euch von mir.

spontaner Rückblick

Schon wieder Wochenende. Die Zeit rast gefühlt so dahin und es passiert so unglaublich viel in kurzer Zeit. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt ich könnte mein Leben lieben, ich hätte ihm den Vogel gezeigt.
Letztes Jahr um diese Zeit war alles schwarz. Auch da raste die Zeit, aber es ist als wäre alles was da passierte hinter einem Nebel aus stiller Trauer verborgen. Das Gefühl es wäre egal was ich tat, ich bekam nichts davon mit und wollte nur Tag für Tag irgendwie hinter mich bringen. Musik, die ich ein halbes Jahr zuvor noch gern gehört hatte, ertrug ich nicht. Sie erinnerte mich schmerzhaft an meine Freundin.
Ich fuhr noch zum CCC Kongress, aber der Gedanke sie hätte dort sein sollen machte mich innerlich kaputt. Ich dachte, ich könnte nie wieder Freude empfinden, geschweige denn glücklich sein.
Jetzt habe ich mich nicht nur aus diesem Loch gekämpft, ich lebe von Tag zu Tag mehr.
Ich weiß gar nicht mehr, was der Auslöser war. Eine Bekannte sagte bring dir die Liebe entgegen, die du ihr entgegengebracht hast. Damals konnte ich nichts damit anfangen. Jetzt ergibt alles Sinn.
So schwer diese Zeit auch war, ich bin dankbar für diesen großen Knall.
Im Februar fing ich an zu meditieren, das wollte ich schon seit Jahren machen. Erst sehr unregelmäßig, mittlerweile fast täglich.
Ich habe Ratgeber zum Thema Persönlichkeitsentwicklung verschlungen und mich immer mehr ausprobiert. Immer nur das mitgenommen, was sich für mich stimmig anfühlte. Es musste erst schlimmer werden, damit es besser werden kann. Immer noch spreche ich viele meiner Erkenntnisse nicht aus. Ich habe viele angeblich erleuchtete erlebt die Dinge erzählt haben, ohne sie wirklich zu fühlen. Erkenntnis allein reicht eben nicht.
Langsam ordnet sich alles neu, was nicht der Liebe entspringt fliegt gnadenlos raus. Ich habe schon Freundschaften aufgegeben, sogar meine Beziehung auf den Prüfstand gestellt und ich bin noch lange nicht fertig mit mir. Ich lerne mich selbst kennen, als hätte ich jemand Neues an meiner Seite. Bin das wirklich ich, die diese Worte gerade schreibt? Ist das dieselbe Person, die im Mai noch weder ein noch aus wusste? Die dachte ihr Leben sei vorbei und sich an jede noch so kleine Hoffnung geklammert hat?
Ich lasse die Vorstellung wie mein Leben zu sein hat los und lasse mich einfach auf das ein was durch mich in die Welt will. Das zu schreiben fühlt sich gleichzeitig ungewohnt und richtig an.
Ich will immer noch am liebsten programmieren, aber es ist kein Weltuntergang mehr, dass ich im Januar erstmal Bewerbungstraining mache.
Die Angst in ALG2 zu rutschen ist immer noch da, aber sie beherrscht mich nicht mehr so sehr.
Ich dachte so viele Jahre, ich müsste etwas großes leisten. Ich weiß jetzt, dass ich eher leise bin und im Hintergrund arbeite. Ich muss keine großen Reden schwingen und irgendwen von irgendwas überzeugen.
Die Lieder, die ich vor einem Jahr nicht mehr ertragen habe, lassen mich nur noch ein wenig wehmütig werden.
Gestern sagte mir ein Freund ich hätte ihn mit meiner Entscheidung dieses Jahr allein Weihnachten zu feiern angesteckt. Ich kann das immer noch nicht so ganz glauben, dass ich für ihn eine Vorbildfunktion eingenommen habe. Ich und ein Vorbild für irgendwen? Es sind so kleine Dinge, die mich mit Stolz erfüllen. Es zeigt mir, dass ich mir diese Veränderung nicht einbilde.
Gerade bin ich etwas sprachlos, weil sich immer mehr einfach zum Guten wendet. Da bin ich wirklich gespannt auf 2020. Es ist als bekäme ich allein durch meine innere Veränderung ein ganz neues Leben.
Es heißt ja, wenn sich die eine Tür schließt gehen woanders neue auf.
Als ich selbst mit dem Ende des Arbeitsvertrages beim HR eine Tür schloss wollte ich unbedingt durch die Wand weiter, so kommt es mir vor. Am besten noch mit der Brechstange. Nein, so geht das nicht.
Gerade kommt diese Stimme, die sagt „das kannst du doch nicht veröffentlichen“ wieder, aber ich werde es trotzdem tun. Ernsthaft, wann hatte diese kritische und ängstliche Stimme in mir das letzte Mal recht? Mir kann nichts passieren. Ich habe Menschen um mich die mich auffangen wenn ich das Gefühl habe zu fallen. Ich bin nicht allein. Mittlerweile kann ich auch mich selbst mit meiner Liebe wieder auffangen. Ich bin nicht mehr hilflos ausgeliefert. Es wird der Tag kommen, an dem das auch der noch verletzte Teil in mir merkt.
Ich weiß, dass es keinen allgemeingültigen Weg gibt, darum bin ich froh, meinen gefunden zu haben. Es wird immer mal Zweifel geben, aber ich lasse mich davon immer weniger beeinflußen.

keine Deutsche

Der ganze rechtsextreme Terror in Deutschland macht mir Angst. Die offene Ausländerfeindlichkeit, der Aufstieg der AfD.
Was mit den Flüchtlingen begann hat sich zu etwas Größerem ausgewachsen. Da pusten Leute ihre braune Scheiße in meine Time Lines, von denen ich geglaubt habe, sie seien meine Freunde.
Ich fühle mich sogar angesprochen, denn ich bin keine Deutsche.
Da wird von Migranten gesprochen, zu denen ich mich zähle. Meine Eltern kamen aus Polen nach Deutschland, als ich drei Jahre alt war. Wir sind hier aufgewachsen und haben hier Deutsch gelernt. Wir alle haben einen deutschen Pass, aber das reicht den Nazis nicht.
Ich habe Angst, dass eines Tages auch zu mir jemand sagt ich solle da hingehen wo ich hergekommen bin, nur weil mein Name nicht Deutsch ist.
Und dann bin ich auch noch behindert, wäre von den Nazis früher sofort vergast worden.
Ich habe das Gefühl, wir hätten aus der Geschichte nichts gelernt. Mehr noch, es wird auch noch verleugnet, dass dies wirklich so passiert ist.
„Ach, die wenigen Überlebenden, die noch berichten können, haben sich das alles ausgedacht.“ Zum Glück stehen solche Aussagen unter Strafe.
Das macht mich fassungslos, wie man auf so einen Mumpitz kommen und den auch noch glauben kann. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Zeitzeugen.
Ich glaube nicht an Gott, aber ich bete, dass wir noch die Kurve kriegen. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät dafür.

Selbstmitleid steht dir nicht

Selbstmitleid steht dir nicht. Das schrieb ich gerade einem Bekannten, der verzweifelt auf Partnersuche ist und sich nur wünscht so akzeptiert zu werden wie er ist. Ich kenne ihn als sehr positiven Menschen, da passte der Satz „wir haben es ja als Behinderte eh schon so schwer.“ nicht zu ihm.
Der obige Satz macht aber ganz viel mit mir. Ich richte ihn damit auch an mich selbst.
Heute habe ich mir eine alte Playlist eingeschaltet.
Eine ganze Zeit lang kam ganz viel Freude. Selbst bei den traurigsten Liedern merkte ich, dass die traurigen Erinnerungen daran mich nicht mehr so runterzogen wie noch vor zwei Jahren.
So viel habe ich schon in mir verändert. Nur weil ich mir jeden Tag Selbstliebe zukommen lasse.
Dann kam der Punkt, an dem mich ein Lied so tief berührte, dass alte Erinnerungen hochkamen. Tiefe Enttäuschung über nicht eingehaltene Versprechen. Leute die mich in den Himmel hoben um mich dann, voller Hoffnung auf Veränderung, wieder fallenzulassen. Ohne ein Wort einfach wieder aus meinem Leben verschwanden, wie sie aufgetaucht waren.
Meistens hatte es irgendwas mit meiner Musik zu tun, immer öfter aber auch mit programmieren. Mir ist es lieber, wenn man mir keine Versprechen mehr gibt.
Eine Weile gab ich mich diesen alten Gefühlen hin und dann kam mir der Gedanke, dass ich das alles zugelassen habe, mich immer wieder verletzen zu lassen.
Letztendlich hat es mich stärker gemacht. Ich weiß jetzt besser damit umzugehen. Wenn mir das nächste Mal jemand große Versprechungen macht bin ich vorsichtig, bis Taten folgen oder ich nehme es einfach selbst in die Hand.
Und dann dieser Satz. Selbstmitleid steht dir nicht. Die Gefühle, die gefühlt werden wollen, dürfen sein, aber ich steigere mich nicht mehr hinein. Das alles wird vorbeigehen.
Viel zu lange habe ich mich in das was ich für wahr hielt hineingesteigert. Jetzt weiß ich, dass es auch anders geht.
Ich habe schon vor Monaten erkannt, wie sehr ich früher Aufmerksamkeit wollte. Seht mich, lobt mich, damit ich mich wieder wertvoll fühle. Natürlich musste das nach hinten losgehen. Ich singe immer noch sehr gern, aber das Verlangen nach den großen Bühnen der Welt hat sich aufgelöst. Ich weiß noch nicht wohin es mich treibt, das ist ok.
Vielleicht kann ich irgendwann so gut programmieren wie ich singe, vielleicht treibt es mich aber auch ganz woanders hin. Ich höre auf mein Leben kontrollieren zu wollen.
Ich höre auf, altes, vergangenes Zeug immer wieder durchzukauen. Ich ziehe meine Schlüsse aus dem was sich zeigen will und heile diese alten Wunden mit meiner Liebe. Früher hätte ich das alles verdrängt, damit ist Schluss. Zu oft bin ich in die verlockenden Fallen getappt die Verdrängung auslöst. Endlich lerne ich daraus.
Ich scheine endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir ins Reine zu kommen.
Gestern habe ich mir meine alten Tagebücher durchgelesen und wenn ich gekonnt hätte, wäre ich in die Vergangenheit gereist und hätte mein jugendliches ich umarmt. Ihr die Liebe gegeben, die sie so verzweifelt gesucht hat. Ihr gezeigt, dass sie keine Anerkennung von außen braucht, wenn sie sich selbst erkennt. Sie hätte mich gefragt, wie sie sich selbst lieben soll bei der ganzen Ablehnung, die sie erfahren hat. Ich hätte ihr all das was sie schon geschafft hat aufgezählt oder sie gefragt, ob es denn wirklich gar nichts gibt das sie an sich mag. Mir ist aber auch klar, dass sie mich vermutlich gar nicht an sich heranlassen würde, fest in dem Glauben für nichts gut zu sein was sie wirklich erfüllt.
Aber ich schweife ab. Oft fühle ich mich hilflos, wenn ich jemanden so leiden sehe wie ich bis vor einiger Zeit gelitten habe. Dann fällt mir nichts Aufbauendes zu sagen ein und alles was ich sage wirkt so unbedeutend. Ich kann nicht alle retten, bin ja selbst noch auf dem Weg. Aber vielleicht bauen meine Worte doch schon irgendwie auf, ohne dass ich davon weiß. Das wäre schön.

Podcasttipp: Seelengevögelt

Am anfang meiner Selbstfindungsphase stieß ich auf diesen wundervollen Podcast und den wunderschönen Veit Lindau. Ich habe Teile seiner Bücher gekauft und war sehr fasziniert. Ich habe mich selber nie als schön oder besonders empfunden und er hat es in kürzester Zeit geschafft, dass ich meinen Blick auf mich selbst immer mehr verändere.
Vor ein paar Monaten habe ich dann das wundervolle Buch „9 Tage Unendlichkeit“ von Anke Evertz zugespielt bekommen. Ich glaube nicht an Zufälle, das buch habe ich wohl mit meinem Fokus gerufen.
Deshalb teile ich auch die Podcastfolge, in der Veit mit Anke über ihr Buch spricht. So wie sie ihr Leben vor ihrer Nahtoderfahrung beschreibt ging es mir auch lange, darum glaube ich auch daran, dass ich mein Leben von Grund auf verändern kann.
Allerdings bin ich sehr unspirituell aufgewachsen. Wüsste meine Familie was ich hier treibe, sie würden denken ich bin verrückt. Hier kommt der Link: Neun Tage Unendlichkeit – Anke Evertz im Gespräch mit Veit Lindau
<3
Ich finde es klasse, dass meine beiden Inspirationsquellen derzeit in diesem Podcast auf einander treffen. Als ich das gesehen habe musste ich laut lachen.

Ich liebe mein Leben

Heute früh bin ich mit demselben liebevollen Gefühl aufgewacht, wie ich gestern eingeschlafen bin.
Ich lag noch einige Zeit wach und hab die letzten Monate an mir vorbeiziehen lassen. Es macht mich so unfassbar dankbar, wie sehr ich inzwischen alles einfach sein lassen kann, wie es ist. Mir wird klar, dass ich die ganzen letzten Monate dafür gebraucht habe, mich selbst immer mehr anzunehmen und zu erkennen.
Ich werde immer liebevoller gegenüber mir selbst und das zeigt sich so langsam auch in meinem Umfeld. Meine Familie lässt mir meinen Freiraum, immer mehr meiner Ängste lösen sich durch neue Erfahrungen in Luft auf.
Ich kann gar nicht aufhören darüber zu staunen. Ich frage mich wundernd, was da noch alles kommen wird.
Der Spruch es kann nur besser werden stimmt. Ich höre auf mich als Opfer meiner Umstände zu sehen und nehme mein Leben immer mehr in die Hand.
Ich erinnere mich, wie ich in meinem Beitrag im Mai von der Sehnsucht schrieb, zu meiner verstorbenen Freundin zu wollen. Jetzt, nur ein halbes Jahr später, liebe ich mein unperfektes Leben.
Ich weiß, dass sie immer bei mir ist und ich jederzeit mit ihr reden kann, wenn mir danach ist.
Diese Gefühle nichts wert zu sein, Angst vor Fehlern zu haben und zu denken ich sei nicht gut genug verschwinden von Tag zu Tag mehr.
Letztens wollte ich hier über meine Abschlussprüfung schreiben. Mich hat geärgert, dass mir eine Firma abgesagt hat wegen meiner schlechten Abschluss Note. Kaum hatte ich die ersten Zeilen geschrieben, war die Enttäuschung darüber schon wieder verschwunden.
Dabei habe ich nicht viel mehr gemacht als zu meditieren, mich selbst aufzubauen und mich immer mal wieder bei Freunden auszusprechen.
Es scheint unglaublich, wie viel sich in einem halben Jahr ändern kann. Natürlich gibt es noch viele Momente, in denen ich zweifle und die alten Gefühle hochkommen, aber es wird von Tag zu Tag besser.
Gestern habe ich ja einigen Wirbel verursacht bei dem Versuch, euch meinen letzten Beitrag zukommen zu lassen. Das hätte mich noch vor einem Jahr sehr belastet, aber der Moment war gestern nur kurz. Ich konnte es im Nachhinein eh nicht mehr ändern.
Ich bin noch lange nicht da wo ich hin will, aber es wird.

jetzt gehts rund

Heute bin ich sehr still. Viel Gefühlsachterbahn, wenig Gedanken, die sich aufschreiben lassen.
Ein ganz merkwürdiges Gefühl macht sich breit, voller Erwartung auf das was kommt.
Ich kann es am ehesten mit Vorfreude beschreiben.
Dieses Jahr werde ich besonders beschließen, Weihnachten alleine. Man kann sagen, ich habe es mir so ausgesucht. Meine Schwester hätte mir die Zugtickets bezahlt, aber die Umstiege abgenommen hätte mir das nicht. Also habe ich entschieden, dieses Jahr einmal ohne die Familie zu feiern.
Mein in den letzten Jahren obligatorischer Kongressbesuch wird auch ausfallen, weil ich mir das Hotel nicht leisten kann. Etwas Wehmut kommt bei dem Gedanken auf, all die Leute nicht zu sehen, die ich nur einmal im Jahr sehe. Das wird sehr merkwürdig.
Mein Freund und ich sehen uns dann auch 2 Wochen nicht, eine lange Zeit für uns. Besonders in den Nächten wird er neben mir fehlen.
Ich werde die Zeit nutzen, um mich noch tiefer zu erkennen, alte Prägungen anschauen und ins Positive verändern. Nur so kann ich mich selbst heilen.
Ein Stück weit hole ich mir auch mein Selbstvertrauen zurück. Ich ertappe mich so häufig bei dem Gedanken, etwas nicht oder nicht mehr zu können, obwohl ich es doch mal konnte. In den letzten Monaten wollte ich nur gehalten werden und bloß nichts scheinbar Unangenehmes machen müssen. Selbst allein einkaufen erschien mir wie eine Last, das muss sich wieder ändern.
Ich kann nicht erwarten, dass jemand mein Potential erkennt, wenn ich mich selbst klein halte. Schluss mit den ständigen Selbstsabotagen.
Ich merke doch, dass es geht. Ich hatte höllische Angst meiner Mutter zu sagen, dass ich nicht komme. Weihnachten ohne die Familie? Das geht doch nicht, sie wird so enttäuscht sein.
Ach papperlapapp, nichts ist passiert. Sie wird mir ein Paket schicken.
Vielleicht kann ich dann auch endlich diese Mauer abtragen und mal etwas programmieren. Das Gefühl überschreiben, ich wäre dafür nicht gut genug. Ich programmiere mich selbst um, dann geht’s mit dem Computer weiter. Klingt bestimmt total merkwürdig, ist aber so.
Und dann wird 2020 mein Jahr, vieles wird sich richten. Was nicht mehr zu mir gehört wird verschwinden. Wie aus dem Ei gepellt streife ich die alte Haut ab. Diese Worte wollte ich schon so lange hier schreiben, jetzt traue ich mich.

Rückblick auf die letzte Woche

Advent, Advent, die Svenja brennt.
Wenn ich schon keinen Adventskranz habe, bringe ich mich eben selbst zum Leuchten.
Genug geblödelt, ich wünsch euch einen wunderschönen 2. Advent. Danke, dass ihr den Weg mit mir weitergeht.
Heute nutze ich die Gelegenheit die letzte Woche nochmal gedanklich an mir vorbeiziehen zu lassen.
Ich stelle fest, dass ich mit meinem Experiment schon ein Drittel der Zeit bis Weihnachten gefüllt habe.
Themen zu finden fällt mir leichter als gedacht, nur sie mit Inhalt zu füllen…Da tue ich mich noch schwer.
Ich lese meinen Beitrag durch und denke „nee, so kannst du das nicht schreiben.“ Oder „du wiederholst dich ja immer.“
Mein Perfektionismus und mein innerer Kritiker sind immer noch viel zu laut für mich, aber ich arbeite daran.
Mein Vorteil ist, dass ich noch nicht viele Leser habe, so kommt die Angst eines Shitstorms gar nicht erst auf. Schließlich ist bei meinem ersten emotionalen Beitrag auch nichts passiert. Meine Befürchtungen sind nicht wahr geworden.
Gestern war mir gar nicht nach Schreiben, nur nach ganz viel fühlen und noch tiefer verstehen. Ich träume zurzeit sehr intensiv, alte Wunden die ich nie wirklich geheilt habe reißen wieder auf. Trotzdem genieße ich diese Zeit, ich habe das Gefühl nur so kann ich mich selbst finden. Ob ich mehr über diesen Prozess schreiben werde, weiß ich noch nicht. Ein paar Themen schwirren hier noch herum und es gibt noch ganz alte Beiträge, die noch nicht fertig sind.
Was mich sehr beruhigt, ich hatte ja vor einiger Zeit angekündigt meine Themen zu überarbeiten und trotzdem sind meine Abonnenten per mail nicht weniger geworden.
Schön ist auch, dass der Frust über zu wenig Kommentare ausbleibt. Das gab es früher immer, wenn ich Musik hochgeladen habe und keiner sie kommentiert hat. Mir ist klar geworden, dass das oft ein Schrei nach Aufmerksamkeit war. Das kann ich einfach stehen lassen. Mir ist wichtiger mich immer mehr ausdrücken zu können. Zu dem zu stehen was meine Wahrheit ist. Ich zerdenke immer noch viel zu viel und traue mich dann nicht. Momentan ist es aber wie ich oben geschrieben habe, ich finde mein Leuchten wieder.
Ich ertappe mich noch viel zu häufig dabei mich selbst schlecht zu reden, wenn ich mal wieder nicht das getan habe was ich mir vorgenommen hatte. Andererseits brauche ich die Energie noch für anderes und am Ende kommt es eh wie es gerade für mich am besten ist.
Also, auf ins nächste Drittel meines Experiments. Habt noch einen wunderschönen Abend.

Ich rede wie mir der Schnabel gewachsen ist

Dieser Beitrag eines von mir sehr geschätzten Bloggers hat mich zu meinem heutigen inspiriert.
Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen. In meiner Jugend entdeckte ich eine Internetseite, auf der jeder Aufnahmen von sich hochladen konnte. Es gab sogar die Möglichkeit, Duette zu singen. Besagte Seite hatte auch ein Forum zum Austausch und da ich schon zu der Zeit gerne Kontakt zu normal Sehenden haben wollte, meldete ich mich an. Eines Tages kam die Nachricht eines Mitglieds, warum ich denn sehen sage, wenn ich nicht sehen kann. Ich musste zweimal lesen, um das zu verstehen. Ich schrieb zurück, dass ich das nun mal so sage, an die Antwort erinnere ich mich nicht mehr.
Es gab noch eine Situation in meiner Kindheit. Wir fuhren zu Freunden meiner Mutter. Als eines der Kinder ins Zimmer kam sagte ich „hallo, lange nicht mehr gesehen.“ Schallendes Lachen der anderen war die Antwort darauf. Ich fühlte mich trotzdem nicht ausgelacht.
Ja, ich kann es nachvollziehen. Es muss befremdlich wirken, wenn jemand Blindes „sehen“ sagt.
Ich benutze das schon immer so selbstverständlich und habe nie darüber nachgedacht, wie das auf andere wirkt.
Ich bin auch kein Freund davon immer aufpassen zu müssen, was ich sage. Wenn ich weiß, dass jemand ein Problem mit einem Wort hat, ok, aber von Beginn an davon auszugehen, es könnte sein…Nein, das bringt alle Gespräche zum Stocken.
Wenn zu mir jemand sagt „guck mal“ und mir etwas in die Hand drückt finde ich auch das völlig in Ordnung. Auf das betretene „oh sorry“ reagiere ich locker und erkläre, dass solche Worte für mich auch zum Sprachgebrauch gehören. Es mag Leute geben, die das anders sehen. Bei mir braucht keiner Angst zu haben, „sehen“ und ähnliches zu sagen. Wer unsicher ist fragt einfach nach. Manchmal ertappe ich mich dabei das Wort umschreiben zu wollen, wenn ich keine Lust auf Diskussionen habe.

es ist ok

An alle, die aktuell mit sich hadern, sich nicht richtig fühlen.
Es ist ok, sich verletzlich zu zeigen. Nur wer dich mit all deinen Schwächen nimmt hat dich verdient. Den anderen wirst du es eh nicht recht machen können.
…sich mal hilflos zu fühlen. Nicht mehr weiter zu wissen und um Hilfe zu bitten.
…sich Grenzen einzugestehen und sich damit erstmal alles andere als gut zu fühlen.
Es ist ok ans Aufgeben zu denken, wenn alles aussichtslos scheint. Wichtig ist nur, dass du da auch wieder rauskommst.
Es ist ok, nicht ok zu sein. Zugegeben, der kommt nicht von mir, ist aber so wahr…

Dieser Beitrag geht auch ein Stück weit an mich selbst. An den Teil von mir, der noch zweifelt, gerade nicht weiterweiß, sich immer wieder selbst kritisiert.
Wie oft verfluche ich diesen Teil in mir und kämpfe dagegen an? Das macht es am Ende nur schlimmer.
Es zieht viel mehr Energie sich irgendwie anzupassen und zu verstellen. Da musste erst ein großer Knall kommen, damit ich das alles erkenne.
Auch das ist ok und ich darf mir das nicht selbst vorhalten. Es ist passiert und ich habe hoffentlich fürs Leben daraus gelernt.
Ich will in Zukunft so liebevoll zu mir sein, wie ich es mir als Kind gewünscht hätte. So akzeptiert werden wie ich bin.
Das heißt nicht, dass ich alles an mir toll finden muss. Will ich akzeptiert werden mit allem was mich ausmacht, muss ich bei mir selbst anfangen.
Ich weiß, es gibt immer noch viele Menschen da draußen, die sich nicht vorstellen können sich selbst lieben zu lernen, die meinen Beitrag als Spinnerei abtun würden. Hätte mir jemand vor zwei Jahren so einen Beitrag geschrieben, ich hätte vermutlich auch nur zweifelnd den Kopf geschüttelt und weiter gescrollt.
All die Jahre habe ich es mir selbst so schwer gemacht. Ich wusste es nicht besser. Ich stehe noch ganz am Anfang dieses Prozesses, bin mir aber sicher, dass ich das schaffen kann. Ich muss es schließlich mein ganzes Leben lang mit mir aushalten. Da gibt es nicht die Möglichkeit, sich von sich selbst scheiden zu lassen und getrennte Wege zu gehen.
Natürlich hatte ich lange Angst das könnte in Egoismus ausarten. Meine Bekannte sagte mir, erst wenn dir die anderen egal werden, ist es Egoismus. Sehr beruhigend.